Die SPD Essen auf der Suche nach dem OB-Kandidaten: 3 Fragen an den Parteivorsitzenden Frank Müller

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Der SPD-Landtagsabgeordnete aus Kray, Frank Müller, ist als Essener SPD-Vorsitzender wiedergewählt worden. Er hat natürlich bereits die kommenden Kommunalwahlen im Blick und will die Kontur der Partei schärfen. Im Raum steht auch die Frage, wer Oberbürgermeister-Kandidat der Genossen wird?

Glückwunsch, sie wurden wieder zum Essener SPD-Vorsitzenden gewählt. Was sind jetzt für Sie die wichtigsten Baustellen?
Nach der langen Pandemie, die vieles erschwert hat, heißt es für uns ab jetzt: MACHEN! Wir werden die kommenden zwei Jahre nutzen, um unser Profil für die Kommunalwahl 2025 zu schärfen. Wie machen wir unsere Stadt krisenfest und zukunftssicher? Wie schaffen wir es endlich, dass Bildungserfolg und Chancen nicht mehr von der Postleitzahl abhängig sind? Wie gehen wir das Megathema Verkehrswende und die Erneuerung unserer Infrastruktur an? Entscheidend ist dabei für mich die Frage, wofür unsere Stadt eigentlich stehen soll. Aktuell versucht man an der Stadtspitze, Alles und Nichts zu sein. Doch wer kein Ziel hat, der weiß auch nicht, ob er in die richtige Richtung geht.

Sie haben gefordert, dass die Genossen künftig auch die „Komfortzone“ verlassen müssen, um wieder mehr Begeisterung für SPD-Politik in Essen zu entfachen. Was ist damit gemeint?
Es reicht nicht mehr, an den immer gleichen Orten den roten Schirm aufzuspannen und ein paar Flyer zu verteilen. Unsere Stadt hat sich, wie die gesamte Gesellschaft, rasant gewandelt. Menschen kommunizieren anders, haben andere Anforderungen an Politik. Wir wollen neue Netzwerke knüpfen und die Essener ermutigen, sich einzumischen. Dazu braucht es neue Formate, Kontakte und die Bereitschaft, auch dorthin zu gehen, wo es vielleicht schmerzt. Ich bin überzeugter denn je, dass die SPD mit ihren Werten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität die besten Antworten für die Probleme unserer Zeit geben kann. Das geht aber nur, wenn wir auf der Höhe der Zeit sind und die Bedürfnisse der Menschen sich in unserer Politik wiederfinden.

Mit Blick auf die Erfahrungen aus der vergangenen Wahl: Wann wird die SPD den Oberbürgermeister-Kandidaten vorstellen?
Weihnachten ist ja immer auch die Zeit der Überraschungen. Man darf also gespannt bleiben.