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12. April 2024
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BSA Oststadt: „Die Leiden des jungen Ratsherrn“ – MEIN KURIER-Interview mit Luca Ducree

Schon 2014 wurde parteiübergreifend von dem großen Wurf in Sachen Sanierung der BSA Oststadt gesprochen. CDU und Grüne winken jetzt „nur“ die Erneuerung der Umkleiden durch. Laufbahn und Aschenplatz sollen in Salamitaktik erneuert werden. Was stört Sie an dieser Kritik?
Ducree: Ich bin im September 2020 in den Rat der Stadt Essen gewählt worden und vertrete seitdem die Interessen der Bürger in meinem Wahlkreis. Was vorher passiert ist, kann ich nicht beurteilen und spielt für mich auch keine Rolle. Aber wenn es der SPD doch ein großes Herzensanliegen gewesen ist, dann verstehe ich nicht, warum von 2015 bis 2020 die angesprochenen Maßnahmen nicht auf den Weg gebracht worden sind. In diesem Zeitraum war die SPD ebenso Bestandteil der Ratsmehrheit. Aber ich beschäftige mich nicht weiter mit der Vergangenheit, sondern blicke nach vorne.
Von Beginn meiner Ratstätigkeit war für mich klar, dass ich mich für die Sanierung der BSA Oststadt einsetzen werde, da ich dem Sport sehr verbunden bin. Durch meine Initiative wurde das Thema überhaupt erst wieder aus der Versenkung hervorgeholt und auf die politische Agenda gebracht sowie der Antrag von CDU und Grünen zum Neubau des Umkleidegebäudes beschlossen. Kein Verein hat mit einer so schnellen Entscheidung in Bezug auf der Umkleidegebäude gerechnet. An der Kritik stört mich maßgeblich, dass es in allen politischen Parteien bekannt ist, wie viele Haushaltsmittel im Sport jährlich zur Verfügung stehen. Aufgrund dieser Tatsache und den aktuellen verschiedenen Herausforderungen ist es unmöglich, alle Maßnahmen in einem Wirtschaftsjahr abzubilden. Auch wurde vor den Abstimmungen im Sportausschuss sowie im Rat der Stadt der Antrag von der SPD selbstst abgeändert und der Kunstrasenplatz aus dem Antrag gestrichen. Somit war der Kunstrasenplatz nie Bestandteil einer Abstimmung. Dies wurde in der vorherigen Berichterstattung allerdings leider behauptet. Dies muss ich hier einmal richtigstellen. Auch suggeriert die Kritik, dass CDU und Grüne gegen die anderen beiden Maßnahmen sind. Dies ist aber definitiv nicht der Fall. Wenn es nach mir geht, können der Kunstrasenplatz und die Laufbahn schnellstmöglich gebaut werden. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen.

Laut CDU und Grünen gibt es im Wirtschaftsplan 2023 keine Haushaltsmittel für Aschenplatz und Laufbahn. Ist es denn sicher, dass diese 2024 zur Verfügung stehen?
Die Haushaltsmittel im Wirtschaftsplan 2023 sind nun komplett mit Maßnahmen hinterlegt. Dies geschieht auf Vorschlag der Sportverwaltung in Abstimmung mit den Sportpolitikern aller Fraktionen und dem ESPO. Auch die zuständige Fachverwaltung sieht die Maßnahmen in der BSA Oststadt nicht zwangsläufig in einem Jahr durchzuführen, da es sich um Hoch- und Tiefbaumaßnahmen handelt und die eben gut zu trennen sind. Im Blick auf den Haushalt bleibt aus diesem Grund nur eine Trennung übrig. Ich freue mich persönlich sehr darüber, dass das Umkleidegebäude nun endlich den Weg in die Umsetzung gefunden hat.
Dafür habe ich mich persönlich sehr stark eingesetzt. Es geht somit endlich los auf der BSA Oststadt. Eine sehr erfreuliche Entwicklung. Dies soll, wenn es nach mir geht, nur der Anfang der Sanierungsarbeiten sein, aber gerade in diesen unsicheren Zeiten, die auch massive Auswirkungen auf den städtischen Haushalt haben, können keine Versprechungen gemacht werden. Die Vereine haben aber mein Wort, dass ich mich weiterhin für beide Maßnahmen engagieren werde.

„Wer alles auf
einmal fordert,
müsste Abstriche bei anderen
Vereinen machen“

Warum haben EBB und FDP sich dem SPD-Vorschlag, Umkleiden, Laufbahn und Aschenplatz gleichzeitig zu sanieren, angeschlossen? Sehen die Oppositionsparteien die Haushaltslage anders als CDU und Grüne?
Die Haushaltslage im Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe ist unstrittig. Es gibt viele Maßnahmen, die sportlich sinnvoll und richtig sind, aber das Budget ist leider ebenso stark begrenzt. Wenn die SPD und die Parteien, die den Antrag unterstützt haben, Maßnahmen durchführen wollen, die im Wirtschaftsplan von der Verwaltung nicht vorgesehen sind, dann müssen die Parteien auch andere Maßnahmen benennen, die gestrichen werden sollen. Somit wäre es interessant zu wissen, welche anderen Vereine im kommenden Jahr dann nicht berücksichtigt werden sollen. Denn politische Anträge zu stellen, zuerst ohne Kostenschätzung und nach der Kostenschätzung ohne Finanzierungsvorschlag, ist nicht seriös.

Beschreiben Sie, wie es mit der Sanierung der BSA jetzt weiterlaufen soll.
Der Wirtschaftsplan 2023 sieht den Abriss und Neubau des Umkleidegebäudes vor. Diese Maßnahme wird dann im kommenden Jahr starten. Die Kunststofflaufbahn hat für mich persönlich eine sehr hohe Priorität für den Wirtschaftsplan 2024. Allerdings vorbehaltlich der Haushaltsmittel, die uns dann im Sport zur Verfügung stehen. Sollte die Stadt aufgrund der weltpolitischen Lage Haushaltsmittel auch im Sport streichen müssen, dann müssen wir ggf. zu einer neuen Bewertung der Lage kommen. Dies ist hoffentlich nicht der Fall.
Auch der Kunstrasenplatz auf der BSA ist in meiner Bewertung eine sinnvolle sportpolitische Maßnahme, wofür ich mich einsetzen werde. Sollten alle politischen Parteien in 2024 diese Maßnahme, unter den Kunstrasenplätzen, ebenso als wichtigste Maßnahme bei den noch verbliebenden Kunstrasenplätzen sehen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine schnellere Umsetzung deutlich höher. Nur wer öffentlich sofortige Maßnahmen fordert, muss auch intern diese Maßnahmen priorisieren. Da bin ich gespannt.

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