16.6 C
Essen
19. August 2022
- Werbung -spot_img

Redaktion: 0177/7059805 · redaktion@mein-kurier.ruhr Anzeigen: 0176/72859323 · anzeigen@mein-kurier.ruhr Zustellung: zustellung@mein-kurier.ruhr

StartNachrichten„Geschichte zu den Bürgern bringen“: Ehrenamt im Steeler Archiv

„Geschichte zu den Bürgern bringen“: Ehrenamt im Steeler Archiv

-

Das Steeler Archiv in der alten Ruhrauschule am Hünninghausenweg 96 ist allen Interessenten zugänglich. Es werden Gruppenführungen und Führungen für Schulklassen angeboten. Die Ehrenamtler im Archiv-Team haben es geschafft – nachdem sie vor vielen Jahren zunächst neben den Müllcontainern auf dem Dreiringplatz untergebracht wurden – sich und ihre Arbeit im Stadtteil zu etablieren. Wie funktioniert Ehrenamt im Dienste der Geschichte? Wie sehen die nächsten Ziele aus? Wir haben beim 1. Vorsitzenden Arnd Hepprich nachgefragt.

Wie lange sind Sie schon im Steeler Archiv-Team engagiert?
Ich bin Initiator – und Gründungsmitglied des seit 2006 bestehenden Vereins. Seit 2013 darf ich der 1. Vorsitzende sein.

Was waren die positiven und negativen „Highlights“ in dieser Zeit?
Das einzige Negative waren die letzten zwei Jahre, in denen wir pandemiebedingt keine Veranstaltungen anbieten konnten. Als Positives ist auf jeden Fall der Umzug in die Hausmeisterwohnung der alten Ruhrauschule 2012 zu nennen, wo wir auf einer Fläche von über 70 Quadratmetern einen großen Teil unserer Sammlungen untergebracht haben. Dazu ist es (mir) gelungen, in Verhandlungen mit der Stadt zu erreichen, dass Geschichtsvereine städtische Räume als Archivräume kostenfrei nutzen können. Profitieren können davon momentan wir und das Krayer Archiv. Positiv ist weiterhin die gute Vernetzung im Stadtteil sowie in der Essener und Ruhrgebiets- Geschichte-Szene. Auch die zahlreiche Unterstützung von Steeler Vereinen und Institutionen bei unseren Ausstellungen oder anderen Aktivitäten ist bedeutungsvoll, stellvertretend für Viele ist zu nennen: die ev. Gemeinde Königssteele, der Initiativkreis City Steele sowie die Steeler Bürgerschaft, das Seniorenstift St. Laurentius und die FFC-Stiftung.

Wie wird das Steeler Archiv von den Bürgern angenommen?
Sehr gut! Vor allem in den ersten Jahren waren die Steelenser nahezu „ausgehungert“ nach historischen Informationen zu ihrem Stadtteil. Das konnten wir im Laufe der Zeit immer besser befriedigen. Vor allem auch durch unser Credo: Wir müssen zu den Bürgern gehen und nicht warten, bis jemand vorbeischaut. So waren (und sind wir auch noch) Teilnehmer der verschiedensten Veranstaltungen auf dem Kaiser-Otto-Platz, u.a. Weihnachtsmarkt, früher Gourmetmeile. Wir konnten leerstehende Geschäfte und andere Veranstaltungsorte nutzen, um Ausstellungen zu präsentieren. Wir haben durch zahlreiche Vorträge bei den verschiedensten Vereinen und Gruppen die Idee unseres Geschichtsvereins in d Stadtteil tragen können, nach dem Motto „das ist unser aller Archiv“. Dadurch konnten wir bis heute unzählige Spenden an Fotos, musealen Gegenständen und Gedrucktem entgegen nehmen.

Lohnt sich in der heutigen Zeit noch ein so intensives ehrenamtliches Engagement?
Ja! Vor allem, da die Resonanz auf unsere Arbeit so groß ist – und wir in unserem Archiv-Team eine sehr gute und freundschaftliche Arbeitsatmosphäre haben. Es ist ja alles freiwillig – und viele Leute bringen viele Ideen, so lebt unser Archiv!
Gibt es genug Neuzugänge im Archiv-Team?
Fast alle, die sich für eine Mitarbeit entscheiden, kommen nach ihrer beruflichen Lebenszeit zu uns. Vorher bleibt für die meisten keine Zeit dafür. Wir haben so alle ein bis zwei Jahre einen Neuen, der aktiv wird und in unsere Gruppe passt

Wie könnten Politik und Verwaltung das Ehrenamt noch besser unterstützen?
Wir haben eigentlich größtenteils positive Erfahrungen gemacht, die Bezirksvertretung hat uns oft finanziell bei Projekten unterstützt, ebenso der LVR. Auch in den meisten Verwaltungen ist man aufmerksam und hilfsbereit.

Warum wurde jüngst am Grendplatz eine weitere Archiv-Infotafel aufgestellt?
Am 28. April haben wir unsere 25. Geschichts- und Denkmaltafel der Öffentlichkeit übergeben. Der Grendplatz war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts seit alters her der zentrale Platz in Steele. Auf der Tafel werden kurz die wichtigsten historischen Punkte vorgestellt: Amtsgericht, ehemalige Post, Mariensäule, Straßenbahn etc.

Welche Projekte sind in Planung?
Die nächste Geschichts- und Denkmaltafel wir im Juli in der Grünanlage Hörsterfeld aufgestellt. Zwei Ausstellungen sind geplant: Im Juli zur Familiengeschichte in Steele und die Möglichkeiten ihrer Erforschung – und im September/Oktober eine Ausstellung zur Steeler Straßenbahngeschichte. Kontakt: www.steeler-archiv.de; info@steeler-archiv.de; Tel.: 01577 – 3983425. Fotos: Janz

HINTERGRUND: Ehrenamtatlas – So engagiert sich NRW
Das ist buchstäblich unbezahlbar: Die Ehrenamtlichen in NRW leisten freiwillige Arbeit im Wert von 19,14 Milliarden Euro jährlich. Das geht aus dem „Ehrenamtatlas – So engagiert sich NRW“ hervor, den WestLotto auf der Basis einer aktuellen forsa-Umfrage erstellt hat.
Warum macht sich WestLotto für das Thema stark? Die Basis: Das Lotto-Prinzip! Gelder fließen über den Landeshaushalt an gemeinnützige Organisationen, die für eine lebenswerte und vielfältige Gesellschaft sorgen. Unverzichtbar sind die vielen tausend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich in den Organisationen heldenhaft für ihre Mitmenschen einsetzen und deren Engagement oft unerkannt bleibt. Aus diesem Grund setzt sich WestLotto für ein starkes Lotto-Prinzip und die Stärkung des Ehrenamtes in NRW ein.
Die MEIN KURIER-Redaktion stellt die Aktivposten vor Ort – ihre Sorgen, Freuden und Projekte – vor. Den Ehrenamtatlas sowie Ergebnisse und Hintergründe zur repräsentativen forsa-Umfrage finden Sie hier: www.
ehrenamtatlas.de

Arnd Hepprich (li.) mit Bezirksbürgermeister Frank Stienecker.
- Advertisment -