Die CDU Essen trauert um Manfred Kuhmichel. Der CDU-Politiker Manfred Kuhmichel ist am 9. Januar im Alter von 82 Jahren verstorben. Unsere Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen. Als jüngster Rektor in Essen (Hauptschule Mallinckrodtstraße) trat er 1969 in die CDU ein. Seine politische Karriere führte ihn als Vorsitzender des Ortsverbandes Burgaltendorf (45 Jahre) in den Stadtrat und dann als Abgeordneter in den Düsseldorfer Landtag (1990 bis 2012). Danach folgte für ihn vielleicht die wichtigste Aufgabe: Bezirksbürgermeister auf „seiner“ Ruhrhalbinsel.
CDU-Mitglied seit 1969

Der Pädagoge, auf der großen Bühne mit politischen Hochkarätern wie u.a. Angela Merkel, Ursula von der Leyen oder Armin Laschet bei den CDU-Neujahrsempfängen in der Geno Bank Burgaltendorf unterwegs, war ein Grandseigneur der alten Schule. „Manni“ wie er übrigens gar nicht sooo gerne genannt wurde, war aber auch mit Bratwurst in der Hand am Uhlenkrug, beim Geno Cup an der Windmühle oder Narrenkappe beim Rosenmontagszug in Kupferdreh authentisch. Das Erklären von Zuständigkeiten, was an Politikern oft kritisiert wird, Motto: das ist Stadtsache, nein, Landesangelegenheit, nein, der Bund ist verantwortlich… war ihm fremd. Wenn Menschen mit einer Angelegenheit zu ihm kamen, war erstmal nur einer zuständig: Manfred Kuhmichel. Ob Kampmannbrücke, Kreisverkehr, Tag der Ruhrhalbinsel oder unzählige Anfragen aus der Vereinswelt – rasch hatte er sich den Ruf eines „Machers“ und „Kümmerers“ erarbeitet. Wer auf der Ruhrhalbinsel gegen ihn antreten musste, blieb meist chancenlos: Gleich dreimal, 2000, 2005 und 2010, gewann er als einziger CDU-Kandidat im gesamten „Pott“ jeweils sein Direktmandat für den Landtag. Schlussendlich sah sich Kuhmichel auch nie wirklich als Bezirksvorsteher oder – wie es danach hieß – Bezirksbürgermeister, sondern schon eher als so eine Art Oberbürgermeister, vielleicht nicht immer auf der gesamten Ruhrhalbinsel, aber ganz sicher in „seinem“ BurgaltenDORF. Das hatte nichts mit Arroganz zu tun, das war Bürgernähe pur.
Bürgernähe pur
Als ich als junger Journalist kurzfristig den Neujahrsempfang in Burgaltendorf als Termin gewonnen hatte, präsentierte ich in der Geno Bank-Hauptstelle stolz meine neuen Biker-Boots. Manfred nahm mich irgendwann zur Seite und sagte fast väterlich: „Schön, dass Sie gekommen sind. Beim nächsten Mal treffen wir uns aber dann in angemessener Bekleidung, untenrum.“
Nahe an den Menschen (Wählern) wirken, klar sagen, was geht und was nicht, mal kumpelhaft, mal staatsmännisch sein und immer ansprechbar – viele Politiker nehmen das alles für sich in Anspruch, ohne es zu leben. Das war bei Manfred Kuhmichel anders, mit ihm verliert die CDU ein Original, einen echten Typen und einen lieben Menschen. Nicht nur auf der Ruhrhalbinsel wird man sich künftig oft an ihn erinnern.




