
Zum jecken Jubiläum „99 Jahre GKG Fidelitas“ und zum Stadtprinzenpaar aus der Krayer Gesellschaft haben wir mit der 1. Vorsitzenden, Ingrid Thiedemann, gesprochen.
Jecke 99 Jahre GKG „Fidelitas“ Essen-Kray, wie stolz macht Sie dieses närrische Jubiläum?
Ingrid Thiedemann: „99 Jahre Fidelitas in Kray“, diese Leistung verdient Anerkennung und Stolz, und sie ist ein bedeutender Meilenstein kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum. Die GKG Fidelitas bereichert den Karneval seit Jahrzehnten mit Frohsinn, Heiterkeit und guter Laune, wozu jedes einzelne Mitglied über all die Zeit beigetragen hat. Aus diesem Grunde haben wir uns für das Jubiläumsmotto „Wir zusammen – Wir sind Eins“ entschieden und hoffen, dass dieses Zusammengehörigkeitsgefühl auch in den nächsten Jahren weiter gelebt wird.
„Karneval im Herzen und Konfetti im Haar!“
Im Jubiläumsjahr stellt die Fidelitas mit Tanja Lens und Sascha Sebregondi das Essener Stadtprinzenpaar der Session – wegen des Jubiläums nur eine folgerichtige Entscheidung oder doch eine Überraschung?
Eine Überraschung schon, aber auch eine begrüßenswerte und folgerichtige Entscheidung im Angesicht des 99-jährigen jecken Jubiläums unseres Karnevalvereins.
„Fidelitas“ stellt das Stadtprinzenpaar
Tanja und Sascha haben die ersten großen Veranstaltungen hinter sich. Wie machen sich die beiden als Prinzenpaar?
Seinen großen Tag hatte das Stadtprinzenpaar, Seine Tollität Prinz Sascha I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Assindia Tanja I., am 15. Noveber mit der feierlichen Inthronisation. Anschließend sind sie energiegeladen in die Session 2025/2026 gestartet und haben schon einige offizielle Termine wahrgenommen. Zum Beispiel hatte die Prinzessin mit dem Auftritt auf dem Steeler Weihnachtsmarkt ein Heimspiel. Kann sie doch vom Fenster ihrer Wohnung aus den „Weihnachtszauber“ auf dem Kaiser-Otto-Platz bewundern.
Ihre Leidenschaft und ihr Engagement für den Essener Karneval und für soziale Projekte kann man Tanja und Sascha bei ihren Auftritten ansehen. Beim Publikum kommt es gut an, dass sie in der Tradition stark verwurzelt sind und sich für die Pflege des Brauchtums stark machen. Mit ihrer authentischen und natürlichen Art haben sie sich schnell die Herzen des Publikums erobert. Zusammenfassend ist zu sagen: „Karneval im Herzen und Konfetti im Haar!“
Auf welche Karnevals-Events in dieser Session freuen Sie sich besonders?
Das erste große Event hat bei der GKG Fidelitas Essen-Kray mit der Jubiläumsfeier „99 Jahre Fidelitas in Kray“ bereits stattgefunden. Ein Abend der Superlative für die Gäste und für alle, die der Gesellschaft angehören. Jetzt freue ich mich auf unsere anstehenden Veranstaltungen im kommenden Jahr und hier besonders auf die Veranstaltung „Karneval mit der Lebenshilfe“. Diese Veranstaltung, die zeigt, was „Inklusion“ bedeutet, wird von uns schon seit Jahrzehnten erfolgreich begleitet. Wenn es der Terminplan erlaubt, nehme ich auch gerne an traditionellen Sitzungen befreundeter Gesellschaften teil. Der Höhepunkt der Session: „Kamelle werfen vom Wagen beim Rosenmontagszug“ ist natürlich mein Highlight.
Sie sind schon seit 1989 die 1. Vorsitzende der GKG Fidelitas. Wie ist die GKG im Jubiläumsjahr aufgestellt und was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Seit nunmehr 36 Jahren 1. Vorsitzende der GKG Fidelitas Essen–Kray zu sein, ist für mich eine Herzensangelegenheit. In dieser Funktion unterstütze ich die Gesellschaft, die für die Zukunft gut aufgestellt ist. Personell konnten wir uns in den letzten Jahren verjüngen und verstärken, was auf eine aktive und engagierte Mitgliedschaft hinweist. Auch über die sozialen Medien pflegt die Gesellschaft ihre Präsenz mit zahlreichen Kontakten. Karneval ist und bleibt ein Gemeinschaftserlebnis. Dieses „Fröhliche Miteinander“ soll auch in der Zukunft den Weg weisen.
Karneval in Essen – wie sehen Sie die Zukunft des jecken Brauchtums in der Stadt?
Die Brauchtumspflege und der Erhalt von lange gelebten Traditionen steht auch in unserer Heimatstadt Essen vor ähnlichen Problemen wie in anderen Städten des Landes auch. Steigende Kosten und organisatorische Hürden tragen nicht dazu bei, das ehrenamtliche Engagement und das Durchhaltevermögen der Karnevalisten zu fördern. Trotz aller bestehender Schwierigkeiten wird das Brauchtum durch engagierte Vereine und eine breite politische Unterstützung (mehr davon) über Parteigrenzen hinaus in den Stadtteilen aufrechterhalten und von den Jecken mit viel Leidenschaft gelebt und geprägt.




